3D-Druck Multi-Color: Mehrfarbig drucken mit einem Extruder
Modellfieber Redaktion · 2.5.2026
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Mehrfarbig drucken mit nur einem Extruder ist 2026 keine Zukunftsmusik mehr — AMS-Systeme (Automatic Material System) und Filamentwechsler machen Multi-Color-Drucke auf FDM-Druckern alltagstauglich.
Filamentwechsel-Systeme im Überblick
Drei Ansätze dominieren den Markt: integrierte AMS-Einheiten (Bambu Lab), externe Filamentwechsler (Prusa MMU3, ERCF) und manuelle Farbwechsel per Slicer-Pause. Jede Methode hat eigene Stärken und Schwächen.
| System | Farben | Materialverlust | Preis | Zuverlässigkeit |
|---|---|---|---|---|
| Bambu Lab AMS | 4 (bis 16 mit 4× AMS) | Mittel (Purge Tower) | ab 90 € | Hoch |
| Prusa MMU3 | 5 | Mittel | ca. 300 € | Gut (nach Kalibrierung) |
| ERCF (Voron) | 6–9 | Konfigurierbar | ca. 150 € (Selbstbau) | Variabel |
| Manueller Wechsel | Unbegrenzt | Keiner | 0 € | Anwesenheit nötig |
Purge Tower: Das größte Problem
Bei jedem Farbwechsel muss das alte Filament aus der Düse gespült werden. Das passiert über einen Purge Tower — einen separaten Turm neben dem Modell, in den das Mischfilament gedruckt wird. Je nach Farbkombination fallen pro Wechsel 1 bis 3 Gramm Abfall an. Bei einem Modell mit 200 Farbwechseln können 300–600 g Filament allein für den Purge Tower draufgehen.
Slicer-Einstellungen für Multi-Color
Im Slicer teilst du dein Modell in Farbzonen auf. Bei Bambu Studio importierst du eine STL-Datei und malst die Farbbereiche direkt auf das Modell. OrcaSlicer und PrusaSlicer unterstützen Multi-Material-STLs, bei denen jede Farbe als separate Komponente angelegt ist.
Temperatur-Management
Verschiedene Filamentfarben desselben Herstellers drucken bei identischer Temperatur. Mischst du allerdings verschiedene Materialtypen (etwa PLA und PETG), brauchst du unterschiedliche Temperaturen pro Extruder-Wechsel. Die meisten Slicer unterstützen materialspezifische Temperaturprofile — stelle sicher, dass du sie korrekt zuweist.
Bambu Lab AMS vs. Prusa MMU3: Zwei Systeme im Praxisvergleich
Das Bambu Lab AMS (Automatic Material System) für den X1 Carbon und P1S wechselt zwischen vier Filamenten vollautomatisch. Die Wechselzeit liegt bei 12–18 Sekunden pro Toolchange. In der Praxis bedeutet das bei einem Modell mit 200 Farbwechseln rund 40–60 Minuten zusätzliche Druckzeit allein für die Wechsel. Der Purge-Verbrauch liegt bei 3–5 mm Filament pro Wechsel, wenn du den Purge Tower optimierst.
Die Prusa MMU3 (Multi-Material Upgrade 3) für den MK4S arbeitet mit einem Cutter-Mechanismus statt Rückzug. Das reduziert Verstopfungen erheblich gegenüber der MMU2S. Die Wechselzeit beträgt 20–25 Sekunden. Der Vorteil: Die MMU3 ist nachrüstbar auf bestehende MK4-Drucker für ca. 299 Euro. Das Bambu Lab AMS kostet 348 Euro und ist nur mit Bambu-Druckern kompatibel.
Verwende für Multi-Color-Drucke PLA statt PETG. PLA hat eine geringere Stringing-Neigung beim Filamentwechsel, was sauberere Übergänge ergibt. Die besten Ergebnisse liefern Markenfilamente von Bambu Lab, Prusament oder Polymaker mit engen Durchmessertoleranzen (±0,02 mm).
Farbplanung im CAD: Modelle richtig aufteilen
Bevor du den Slicer öffnest, muss das 3D-Modell in separate Volumenkörper pro Farbe aufgeteilt sein. In Fusion 360 erstellst du für jede Farbe einen eigenen Body innerhalb eines Components. Beim Export als 3MF-Datei bleiben die einzelnen Körper erhalten und der Slicer ordnet sie automatisch verschiedenen Extrudern zu.
In PrusaSlicer und BambuStudio lassen sich die Farbzuordnungen per Drag-and-Drop auf die Filament-Slots mappen. Für einfache zweifarbige Drucke (z. B. Text auf einer Platte) reicht die „Farbwechsel bei Schichthöhe"-Funktion. Dabei druckt der Drucker bis zu einer bestimmten Z-Höhe mit Farbe A und wechselt dann zu Farbe B — ganz ohne Purge Tower.
Für organische Formen mit verschlungenen Farbgrenzen nutze die Painting-Funktion im Slicer. Damit malst du direkt auf dem Modell, welche Bereiche welche Farbe erhalten. Das Ergebnis: schichtweise berechnete Farbgrenzen, die der Drucker exakt umsetzen kann. Diese Methode eignet sich besonders für Figuren, Logos und dekorative Objekte.
Bambu Lab AMS vs. Prusa MMU3: Zwei Systeme im Praxisvergleich
Das Bambu Lab AMS (Automatic Material System) für den X1 Carbon und P1S wechselt zwischen vier Filamenten vollautomatisch. Die Wechselzeit liegt bei 12–18 Sekunden pro Toolchange. In der Praxis bedeutet das bei einem Modell mit 200 Farbwechseln rund 40–60 Minuten zusätzliche Druckzeit allein für die Wechsel. Der Purge-Verbrauch liegt bei 3–5 mm Filament pro Wechsel, wenn du den Purge Tower optimierst.
Die Prusa MMU3 (Multi-Material Upgrade 3) für den MK4S arbeitet mit einem Cutter-Mechanismus statt Rückzug. Das reduziert Verstopfungen erheblich gegenüber der MMU2S. Die Wechselzeit beträgt 20–25 Sekunden. Der Vorteil: Die MMU3 ist nachrüstbar auf bestehende MK4-Drucker für ca. 299 Euro. Das Bambu Lab AMS kostet 348 Euro und ist nur mit Bambu-Druckern kompatibel.
Verwende für Multi-Color-Drucke PLA statt PETG. PLA hat eine geringere Stringing-Neigung beim Filamentwechsel, was sauberere Übergänge ergibt. Die besten Ergebnisse liefern Markenfilamente von Bambu Lab, Prusament oder Polymaker mit engen Durchmessertoleranzen (±0,02 mm).
Farbplanung im CAD: Modelle richtig aufteilen
Bevor du den Slicer öffnest, muss das 3D-Modell in separate Volumenkörper pro Farbe aufgeteilt sein. In Fusion 360 erstellst du für jede Farbe einen eigenen Body innerhalb eines Components. Beim Export als 3MF-Datei bleiben die einzelnen Körper erhalten und der Slicer ordnet sie automatisch verschiedenen Extrudern zu.
In PrusaSlicer und BambuStudio lassen sich die Farbzuordnungen per Drag-and-Drop auf die Filament-Slots mappen. Für einfache zweifarbige Drucke (z. B. Text auf einer Platte) reicht die „Farbwechsel bei Schichthöhe"-Funktion. Dabei druckt der Drucker bis zu einer bestimmten Z-Höhe mit Farbe A und wechselt dann zu Farbe B — ganz ohne Purge Tower.
Für organische Formen mit verschlungenen Farbgrenzen nutze die Painting-Funktion im Slicer. Damit malst du direkt auf dem Modell, welche Bereiche welche Farbe erhalten. Das Ergebnis: schichtweise berechnete Farbgrenzen, die der Drucker exakt umsetzen kann. Diese Methode eignet sich besonders für Figuren, Logos und dekorative Objekte.
Fazit
Das Bambu Lab AMS ist aktuell die zuverlässigste Lösung für Multi-Color-Drucke mit einem Extruder. Für Prusa-Nutzer liefert die MMU3 nach sorgfältiger Kalibrierung vergleichbare Ergebnisse. Plane grundsätzlich 30–50 % mehr Filament ein als für Einfarb-Drucke und nutze die Purge-into-Infill-Funktion, um den Abfall zu minimieren.
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