Pre-Shading-Technik: Tiefenwirkung durch Grundierung erzeugen
Modellfieber Redaktion · 17.5.2026
Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalten wir möglicherweise eine kleine Provision — ohne Mehrkosten für dich. Das hilft uns, weiterhin kostenlose Inhalte zu erstellen.
Pre-Shading ist eine der wirkungsvollsten Techniken, um Modellen eine natürliche Tiefenwirkung zu verleihen. Dabei trägst du vor der eigentlichen Farbgebung dunkle und helle Bereiche auf die Grundierung auf, die durch die halbtransparente Deckfarbe hindurchschimmern.
Was Pre-Shading bewirkt und warum es funktioniert
In der Realität sind Oberflächen nie gleichmäßig gefärbt. Vertiefungen, Panelfugen und Ecken erscheinen dunkler, erhabene Flächen und Kanten heller. Pre-Shading simuliert diesen Effekt auf einem Modell im Maßstab, und das mit erstaunlich wenig Aufwand.
Das Prinzip: Du sprühst schwarze oder dunkelgraue Linien entlang der Panelfugen und Strukturkanten. Dann trägst du die Deckfarbe in dünnen, halbtransparenten Schichten auf. Je nach Schichtdicke scheint das Pre-Shading stärker oder schwächer durch. Du kontrollierst die Intensität des Effekts durch die Anzahl der Farbschichten.
Trage die Deckfarbe in sehr dünnen Schichten auf. Lieber fünf dünne Schichten als zwei dicke, so behältst du die Kontrolle über die Tiefenwirkung und kannst bei Bedarf weitere Schichten hinzufügen.
Schritt-für-Schritt: Pre-Shading durchführen
Schritt 1, Grundierung: Trage eine gleichmäßige, helle Grundierung auf (Grau oder Weiß, je nach gewünschter Farbhelligkeit). Lass sie vollständig trocknen.
Schritt 2, Dunkle Linien: Sprühe mit der Airbrush dünne schwarze oder dunkelbraune Linien entlang aller Panelfugen, Nieten-Reihen und Strukturkanten. Halte den Düsenabstand auf 2–3 cm und den Luftdruck auf 1,0–1,5 bar.
Schritt 3, Aufhellungen (optional): Sprühe Weiß in die Flächenmitten, die Bereiche zwischen den dunklen Linien. Das verstärkt den Kontrast.
Schritt 4, Deckfarbe: Trage die eigentliche Farbe in mehreren dünnen Schichten auf. Beginne mit 50 % Deckkraft und steigere, bis der gewünschte Effekt erreicht ist.
Materialien und Einstellungen
| Material | Empfehlung | Anmerkung |
|---|---|---|
| Airbrush-Farbe (Pre-Shade) | Schwarz oder Dunkelbraun, matt | Acryl oder Lacquer |
| Airbrush-Farbe (Aufhellung) | Weiß, matt | Gleicher Farbtyp wie Pre-Shade |
| Düsengröße | 0,2–0,3 mm | Für feine Linien |
| Luftdruck | 1,0–1,5 bar | Niedrig für Kontrolle |
| Verdünnung | 60:40 (Farbe:Verdünner) | Dünn für feine Linien |
Wenn du das Pre-Shading mit Acrylfarbe machst, trage die Deckfarbe ebenfalls als Acryl auf, oder umgekehrt mit Lacquer. Unterschiedliche Farbsysteme können sich gegenseitig anlösen und den Effekt zerstören.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
Pre-Shading-Linien zu breit: Halte die Airbrush näher am Modell (2–3 cm) und reduziere den Farbfluss. Übe auf einem Reststück Polystyrol.
Deckfarbe zu dick aufgetragen: Wenn das Pre-Shading komplett verschwindet, war die Deckfarbe zu deckend. Verdünne stärker und trage in mehr, dünneren Schichten auf.
Ungleichmäßiger Effekt: Halte die Airbrush-Bewegung gleichmäßig. Jede Schicht sollte das gesamte Modell gleichmäßig abdecken, nicht nur einzelne Bereiche.
Pre-Shading bei verschiedenen Farbtönen
Bei hellen Farben (Sandgelb, Hellgrau, Weiß) ist der Effekt besonders ausgeprägt, schon 2–3 dünne Deckschichten reichen. Bei dunklen Farben (Dunkelgrün, Schwarz) funktioniert Pre-Shading mit Weiß als helle Akzente statt schwarzen Linien besser: Sprühe Weiß auf die Flächenmitten und trage die dunkle Deckfarbe in dünnen Schichten auf.
Fazit: Probiere es am nächsten Modell aus
Nimm dein nächstes Bausatzprojekt und sprühe nach der Grundierung schwarze Linien entlang der Panelfugen, mit 0,2-mm-Düse und niedrigem Druck. Dann trage die Deckfarbe in drei bis fünf dünnen Schichten auf und staune über den Unterschied. Der Zeitaufwand beträgt etwa 20 Minuten extra, das Ergebnis sieht aus, als hättest du Stunden investiert.
Airbrush-Einstellungen für Pre-Shading
Für Pre-Shading brauchst du eine Airbrush mit 0,2–0,3 mm Düse und einen Kompressor mit Druckregler. Stelle den Arbeitsdruck auf 0,8–1,2 bar ein, niedriger als beim normalen Lackieren. Der reduzierte Druck erzeugt feinere Linien mit weichen Rändern. Halte die Airbrush 2–4 cm über der Oberfläche und arbeite mit gleichmäßigen Strichen entlang der Paneellinien.
Als Farbe eignet sich Tamiya XF-1 Flat Black, verdünnt im Verhältnis 1:1,5 mit Tamiya X-20A Verdünner. Für hellere Grundierungen (Sandgelb, Hellgrau) nutze statt Schwarz ein Dunkelbraun (XF-64 Red Brown), das erzeugt wärmere Schatten, die bei Wüsten- und Zivilfahrzeugen natürlicher wirken als kaltes Schwarz.
Alternativ zum klassischen Schwarz-Pre-Shading hat sich die Methode des "modulierten Pre-Shading" nach Mig Jimenez etabliert: verschiedene Braun- und Grautöne an unterschiedlichen Stellen. Vertiefungen erhalten Dunkelbraun, Flächen nahe der Kante Dunkelgrau, und die Paneel-Mitte bleibt aufgehellt. Das Ergebnis ist subtiler und weniger schematisch als einheitliches Schwarz.
Typische Fehler und deren Vermeidung
Der häufigste Fehler: zu deckend pre-shaden. Das Pre-Shading soll durch die darüberliegende Farbschicht nur durchschimmern, nicht als eigenständiges Muster sichtbar sein. Wenn die Pre-Shading-Linien nach dem Deckfarbenanstrich noch klar als schwarze Striche erkennbar sind, war die Deckfarbe zu dünn aufgetragen oder das Pre-Shading zu dick.
Zweiter Fehler: gleichmäßige Linienbreite überall. In der Realität sind Verschmutzung und Abnutzung ungleichmäßig. Variiere die Linienbreite, an stark beanspruchten Stellen (Luken, Trittstufen, Wartungsklappen) breiter, auf großen Flächen schmaler. Bei 1:35 Panzermodellen von Tamiya, Meng oder Takom sind die Paneellinien auf der Oberwanne breiter als auf dem Turm, weil die Wanne stärker verschmutzt.
Airbrush-Einstellungen für Pre-Shading
Für Pre-Shading brauchst du eine Airbrush mit 0,2–0,3 mm Düse und einen Kompressor mit Druckregler. Stelle den Arbeitsdruck auf 0,8–1,2 bar ein, niedriger als beim normalen Lackieren. Der reduzierte Druck erzeugt feinere Linien mit weichen Rändern. Halte die Airbrush 2–4 cm über der Oberfläche und arbeite mit gleichmäßigen Strichen entlang der Paneellinien.
Als Farbe eignet sich Tamiya XF-1 Flat Black, verdünnt im Verhältnis 1:1,5 mit Tamiya X-20A Verdünner. Für hellere Grundierungen (Sandgelb, Hellgrau) nutze statt Schwarz ein Dunkelbraun (XF-64 Red Brown), das erzeugt wärmere Schatten, die bei Wüsten- und Zivilfahrzeugen natürlicher wirken als kaltes Schwarz.
Alternativ zum klassischen Schwarz-Pre-Shading hat sich die Methode des "modulierten Pre-Shading" nach Mig Jimenez etabliert: verschiedene Braun- und Grautöne an unterschiedlichen Stellen. Vertiefungen erhalten Dunkelbraun, Flächen nahe der Kante Dunkelgrau, und die Paneel-Mitte bleibt aufgehellt. Das Ergebnis ist subtiler und weniger schematisch als einheitliches Schwarz.
Typische Fehler und deren Vermeidung
Der häufigste Fehler: zu deckend pre-shaden. Das Pre-Shading soll durch die darüberliegende Farbschicht nur durchschimmern, nicht als eigenständiges Muster sichtbar sein. Wenn die Pre-Shading-Linien nach dem Deckfarbenanstrich noch klar als schwarze Striche erkennbar sind, war die Deckfarbe zu dünn aufgetragen oder das Pre-Shading zu dick.
Zweiter Fehler: gleichmäßige Linienbreite überall. In der Realität sind Verschmutzung und Abnutzung ungleichmäßig. Variiere die Linienbreite, an stark beanspruchten Stellen (Luken, Trittstufen, Wartungsklappen) breiter, auf großen Flächen schmaler. Bei 1:35 Panzermodellen von Tamiya, Meng oder Takom sind die Paneellinien auf der Oberwanne breiter als auf dem Turm, weil die Wanne stärker verschmutzt.
Modellbau-News & Workshop-Tipps
Neue Guides, Tests und Deals aus der RC-Welt – kostenlos und jederzeit abbestellbar.
🎁 Gratis dazu: RC-Einsteiger-Guide (PDF)