RC-Flugzeug aus Depron bauen: Einfache Bauanleitung
Modellfieber · 28.8.2026
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Warum Depron ideal für den Eigenbau ist
Depron ist ein extrudierter Polystyrol-Schaum (XPS) mit einer Dichte von etwa 30 bis 40 kg/m3. Das Material ist steif genug für Tragflächen und Rümpfe, aber so leicht, dass ein fertiges Modell mit 60 cm Spannweite nur 80 bis 150 Gramm wiegt. Im Vergleich zu Balsaholz ist Depron einfacher zu verarbeiten: Du schneidest es mit einem Cuttermesser, biegst es über einer Wärmequelle und klebst es mit UHU Por oder Weißleim. Kein Hobeln, kein Schleifen, kein Spezialklebstoff.
Die Kosten sind minimal: Eine Depron-Platte (6 mm, 80x60 cm) kostet 3 bis 5 Euro und reicht für ein komplettes Modell. Dazu kommen Elektronik (Motor, Regler, Servo, Empfänger) für 30 bis 60 Euro aus China-Import. Ein flugfertiges Depron-Modell kostet unter 100 Euro, inklusive aller Komponenten außer dem Sender.
Der entscheidende Vorteil gegenüber fertigen ARF-Modellen: Du verstehst, wie ein Flugzeug funktioniert. Beim Bau lernst du, warum der Schwerpunkt dort liegt, wo er liegt, warum das Profil so geformt ist und wie die Steuerung mechanisch arbeitet. Dieses Wissen hilft dir bei jedem zukünftigen Modell, egal ob Eigenbau oder Fertigmodell.
Material und Werkzeug für den ersten Bau
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Du brauchst zwei Depron-Platten (6 mm für Tragfläche und Leitwerk, 3 mm für Rumpfseitenteile), ein scharfes Cuttermesser mit Abbrechklingen, ein Stahllineal (30 cm), UHU Por als Klebstoff, einen Streifen Kohlefaserrohr (3 mm Durchmesser) als Holm und optional Packband (braunes Paketklebeband) zur Verstärkung der Vorderkante.
Für die Elektronik: Einen Brushless-Motor der 1806- oder 2204-Klasse (ca. 2300 kV), einen 10A-Regler, zwei 9g-Servos (für Höhen- und Seitenruder oder Querruder), einen 2S-LiPo (450 bis 800 mAh) und einen Empfänger, der zu deinem Sender passt. Wer noch keinen Sender hat: Der RadioMaster Pocket (ca. 60 Euro) ist ein exzellenter Einsteiger-Sender mit ELRS-Empfänger-Kompatibilität.
An Werkzeug reicht eine Bastelunterlage, das Cuttermesser, ein Geodreieck und ein Lötkolben für die Elektronik-Verbindungen. Optional: Ein Heißluftföhn zum Biegen von Depron-Teilen und ein Winkelmesser zur Kontrolle der Einstellwinkel. Das gesamte Setup passt auf einen Küchentisch.
Konstruktion: Tragfläche und Rumpf
Die einfachste Tragflächenform für den Erstbau ist ein flaches Brett-Profil mit leichter Unterseiten-Wölbung. Schneide die Tragfläche aus 6 mm Depron: 60 cm Spannweite, 15 cm Tiefe. Klebe einen Kohlefaserholm (3 mm Rundrohr) in eine gefräste Nut auf der Unterseite, etwa bei 30 Prozent der Tiefe von der Vorderkante. Der Holm verhindert, dass die Tragfläche im Flug nach oben knickt.
Für die Unterseiten-Wölbung ritzt du die Unterseite der Tragfläche bei 25 Prozent der Tiefe mit dem Cuttermesser leicht ein (nicht durchschneiden) und knickst sie sanft nach oben. Fixiere den Winkel mit einem Streifen Klebeband. Diese einfache Wölbung erzeugt genug Auftrieb für entspanntes Fliegen bei 5 bis 8 m/s Fluggeschwindigkeit.
Der Rumpf besteht aus zwei 3-mm-Depron-Seitenteilen, die mit Spanten aus 6-mm-Depron verbunden werden. Die Form ist einfach kastenförmig, 50 cm lang, 4 cm breit, 5 cm hoch. Vorne sitzt der Motor auf einem Sperrholz-Motorbrett (3 mm Birke), hinten wird das Leitwerk aufgeklebt. Die Box-Bauweise ist nicht aerodynamisch optimal, aber simpel, leicht und robust genug für die ersten Flüge.
Elektronik einbauen und Schwerpunkt einstellen
Der Motor wird auf das Sperrholz-Motorbrett geschraubt, der Regler dahinter im Rumpf befestigt. Verlege die Kabel sauber entlang einer Rumpfseite und fixiere sie mit Klebeband. Die Servos kommen in den Rumpf, etwa auf halber Länge, und werden über Schubstangen aus 1-mm-Stahldraht mit den Rudern verbunden.
Den Empfänger positionierst du mittig im Rumpf, die Antenne führst du nach hinten aus dem Rumpf heraus. Der Akku wird mit einem Klettband im vorderen Rumpfteil befestigt, seine Position bestimmt den Schwerpunkt. Starte mit dem Schwerpunkt bei 30 Prozent der Tragflächentiefe von der Vorderkante gemessen. Verschiebe den Akku vor oder zurück, bis das Modell auf den Fingerspitzen bei 30 Prozent waagerecht balanciert.
Teste alle Ruder am Boden: Höhenruder zieht nach oben bei Knüppel-zurück, Seitenruder geht nach rechts bei Knüppel-rechts. Wenn ein Ruder falsch herum läuft, drehe die Servo-Richtung im Sender um (Servo Reverse). Die Ruderausschläge stellst du auf moderate Werte: 15 bis 20 Grad für Höhenruder, 20 bis 25 Grad für Seitenruder. Weniger ist mehr beim Erstflug.
Erstflug und typische Fehler
Wähle einen windstillen Tag und eine große, offene Fläche (Wiese, Sportplatz). Starte mit einem kräftigen Wurf in den Wind, leicht nach oben geneigt. Gib sofort Halbgas und beobachte das Flugverhalten. Wenn das Modell nach oben zieht, ist der Schwerpunkt zu weit hinten, lande und verschiebe den Akku nach vorne. Wenn es nach unten drückt, ist der Schwerpunkt zu weit vorne.
Der häufigste Fehler beim Erstflug ist Übersteuerung. Neue Piloten drücken zu viel Höhen- oder Seitenruder und bringen das Modell in unkontrollierte Lageänderungen. Arbeite mit kleinen, sanften Steuerimpulsen. Ein Depron-Modell reagiert schneller als du denkst, weil es so leicht ist. Wenn du die Kontrolle verlierst: Gas raus und Ruder neutral. Die meisten Depron-Modelle fangen sich dann von alleine.
Depron-Modelle überleben erstaunlich viele Landungen. Der Schaum federt Einschläge ab, Brüche lassen sich mit UHU Por und einem Streifen Klebeband in Minuten reparieren. Genau das macht Depron so ideal für den Einstieg: Du lernst fliegen, ohne bei jedem Crash 200 Euro an Reparaturkosten zu fürchten. Rechne mit 3 bis 5 Reparaturen, bevor du sauber starten und landen kannst.
Veröffentlicht durch die Modellfieber-Redaktion. Veröffentlicht am 28. August 2026.
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