Resin-Druck Supports richtig setzen: Anleitung für saubere Drucke
Modellfieber · 30.5.2026
Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalten wir möglicherweise eine kleine Provision — ohne Mehrkosten für dich. Das hilft uns, weiterhin kostenlose Inhalte zu erstellen.
Warum Resin-Drucke fast immer Supports brauchen
Beim Resin-Druck wird das Modell kopfüber gedruckt: Die Bauplattform hebt sich schichtweise aus dem Resin-Tank. Jede neue Schicht muss sich gleichzeitig von der FEP-Folie am Tankboden lösen und an der vorherigen Schicht haften. Ohne Supports würden Inseln, also Teile, die nicht direkt mit der darunterliegenden Schicht verbunden sind, frei im Resin schwimmen und den Druck ruinieren.
Dazu kommt die Abziehkraft: Beim Hochfahren der Plattform wird die frisch gehärtete Schicht von der FEP-Folie abgezogen. Bei großen Querschnitten ist diese Kraft erheblich und kann Schichten deformieren oder vom Modell abreißen. Supports verteilen diese Kraft über mehrere Kontaktpunkte und verhindern Schäden.
Im Gegensatz zum FDM-Druck, wo Überhänge bis 45 Grad ohne Supports gedruckt werden können, braucht der Resin-Druck Supports bereits bei deutlich geringeren Überhängen. Die Faustregel: Alles unter 20 Grad Neigung zur Bauplattform benötigt Unterstützung. Das bedeutet: Korrekte Ausrichtung des Modells reduziert die Anzahl benötigter Supports dramatisch.
Automatische vs manuelle Support-Platzierung
Slicer wie Lychee und Chitubox bieten automatische Support-Generierung. Du stellst Parameter wie Dichte, Kontaktpunktgröße und Stärke ein, und der Algorithmus platziert Supports überall dort, wo er Inseln oder kritische Überhänge erkennt. Für einfache Modelle funktioniert das gut. Für komplexe Formen mit vielen Details ist das Ergebnis oft unbefriedigend: Zu viele Supports an unkritischen Stellen, zu wenige an kritischen.
Die bessere Methode für detaillierte Drucke ist eine Kombination: Starte mit automatischen Supports bei niedriger Dichte, prüfe das Ergebnis in der Schicht-Vorschau und setze dann manuell Supports an Stellen, die der Algorithmus übersehen hat. Entferne gleichzeitig unnötige Supports an sichtbaren Oberflächen.
Manuelle Supports setzen erfordert Übung, aber die Grundregel ist einfach: Suche nach Inseln (Bereiche, die ohne Verbindung zur vorherigen Schicht starten) und nach Überhängen (Bereiche, die sich deutlich über die vorherige Schicht hinaus erstrecken). Die Schicht-Vorschau im Slicer zeigt dir beides: Inseln sind rot markiert, kritische Überhänge orange.
Support-Parameter richtig einstellen
Die Kontaktpunktgröße bestimmt, wie dick der Berührungspunkt zwischen Support und Modell ist. Kleinere Kontaktpunkte (0,2 bis 0,3 mm) hinterlassen minimale Spuren, halten aber weniger Belastung aus. Größere Kontaktpunkte (0,5 bis 0,8 mm) sind stabiler, hinterlassen aber sichtbare Markierungen. Für sichtbare Oberflächen nutze kleine Kontakte (0,2 bis 0,35 mm), für unsichtbare Bereiche und strukturkritische Stellen gehe auf 0,5 mm oder mehr.
Der Support-Durchmesser (Schaft) beeinflusst die Stabilität des gesamten Supports. Dünne Supports (0,5 bis 0,8 mm) sind flexibel und brechen leicht beim Entfernen, können aber bei langen, freistehenden Supports umknicken. Dicke Supports (1,2 bis 2,0 mm) sind stabil, lassen sich aber schwerer entfernen und können beim Abbrechen Stücke aus dem Modell reißen.
Die Support-Dichte (Abstand zwischen den Supports) liegt typisch bei 2 bis 5 mm. Für schwere Modelle oder Modelle mit großen flachen Flächen wähle 2 bis 3 mm. Für leichte Modelle mit vielen Details reichen 4 bis 5 mm. Auf Inseln und an kritischen Überhängen setze Supports dichter als im Rest des Modells.
Modell-Ausrichtung: Supports minimieren
Die Ausrichtung des Modells auf der Bauplattform bestimmt, wie viele Supports du brauchst und wo sie sitzen. Die ideale Ausrichtung minimiert Inseln, reduziert den maximalen Querschnitt pro Schicht (weniger Abziehkraft) und platziert Support-Kontaktpunkte auf unsichtbaren Oberflächen.
Kippe das Modell um 15 bis 45 Grad zur Bauplattform. Dadurch wird der Querschnitt pro Schicht kleiner, die Abziehkraft sinkt und die Druckqualität steigt. Gleichzeitig wandern viele Supports von sichtbaren Oberflächen (oben) auf die Unterseite, wo Markierungen weniger stören. Für Figuren hat sich eine Neigung von 20 bis 30 Grad als optimal erwiesen.
Vermeide es, große flache Flächen parallel zur Bauplattform zu drucken. Eine 5x5 cm große Fläche erzeugt bei jeder Schicht eine massive Abziehkraft, die Supports verbiegen und den Druck ruinieren kann. Drehe die Fläche so, dass sie in einem Winkel gedruckt wird, auch wenn das mehr Supports an den Kanten erfordert.
Supports sauber entfernen
Entferne Supports nach dem Waschen, aber vor dem Nachhärten. Zu diesem Zeitpunkt ist das Resin noch leicht flexibel und die Support-Kontaktpunkte brechen sauber ab. Nach dem Nachhärten wird alles spröder und die Supports reißen eher Stücke aus dem Modell.
Verwende eine Seitenschneiderzange (flush cutter) für dicke Supports und eine Pinzette oder einen X-Acto-Skalpell für dünne Supports. Schneide den Support so nah am Modell wie möglich ab, ohne die Oberfläche zu berühren. Die verbleibenden Markierungen (Nubs) lassen sich mit 400er- bis 800er-Schleifpapier oder einem Glasfaserstift entfernen.
Für Miniaturen und hochdetaillierte Drucke lohnt sich ein zweistufiger Ansatz: Zuerst alle Supports grob entfernen, dann die Nubs mit einem angefeuchteten Schleifschwamm (Micro Mesh, 1500 bis 4000 Körnung) glätten. Das dauert 5 bis 15 Minuten pro Modell, ergibt aber eine Oberfläche, die fast frei von Support-Spuren ist.
Häufige Fehler und Lösungen
Supports brechen während des Drucks ab: Die Kontaktpunkte sind zu klein oder die Supports zu dünn. Erhöhe den Kontaktdurchmesser um 0,1 mm und den Schaft-Durchmesser um 0,2 mm. Prüfe auch die Belichtungszeit, denn unterbelichtete Supports sind die häufigste Ursache für Bruch.
Modell löst sich von den Supports: Die Dichte ist zu gering oder die Supports sind falsch platziert. Setze zusätzliche manuelle Supports an den Stellen, an denen sich das Modell gelöst hat. Prüfe die Schicht-Vorschau auf Inseln, die der Algorithmus übersehen hat.
Tiefe Markierungen nach dem Entfernen: Die Kontaktpunkte sind zu groß. Reduziere die Kontaktpunktgröße auf 0,25 bis 0,3 mm und erhöhe stattdessen die Dichte der Supports. Viele kleine Kontaktpunkte verteilen die Last besser als wenige große und hinterlassen flachere Markierungen.
Veröffentlicht durch die Modellfieber-Redaktion. Veröffentlicht am 30. Mai 2026.
Verantwortlich i.S.d. § 18 MStV: siehe Impressum.
Fehler entdeckt oder ergänzende Erfahrung? korrektur@modellfieber.de
Modellbau-News & Workshop-Tipps
Neue Guides, Tests und Deals aus der RC-Welt – kostenlos und jederzeit abbestellbar.
🎁 Gratis dazu: RC-Einsteiger-Guide (PDF)