Drohne registrieren: EU-Drohnenverordnung Schritt für Schritt
Modellfieber · 16.6.2026 · 1 Aufrufe
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Seit dem 1. Januar 2024 ist die EU-Drohnenverordnung in allen 27 Mitgliedstaaten verbindlich, und wer eine Drohne ab 250 Gramm fliegt, ohne sich beim Luftfahrtbundesamt zu registrieren, riskiert ein Bußgeld bis zu 5.000 Euro plus den Verlust der Drohne.
Die gute Nachricht: Die Registrierung ist online in 15 Minuten erledigt, kostet 20 Euro für fünf Jahre und gilt EU-weit. Die schlechte Nachricht: Ohne diese Registrierung ist auch jede Versicherung nichtig, und Drohnenhalterhaftpflicht ist Pflicht. Hier kommt die komplette Schritt-für-Schritt-Anleitung, plus die zwei Fallstricke, an denen die meisten scheitern.
Wer braucht eine Registrierung?
Jede Drohne ab 250 Gramm Startmasse muss in der Open-Kategorie registriert werden. Ausnahmen gibt es praktisch nicht für Hobby-Piloten. Auch unter 250 Gramm ist Registrierung Pflicht, sobald die Drohne eine Kamera hat und keine ausschließliche Spielzeug-Klassifizierung, was bei 99% der käuflichen Mini-Drohnen nicht zutrifft.
Die DJI Mini 3, Mini 4 Pro und ähnliche Sub-250g-Modelle ohne Funktionen wie Geo-Awareness fallen in eine Sondersituation: Drohne selbst muss nicht registriert werden, aber der Pilot trotzdem als Drohnen-Operator. Die UAS-Betreibernummer (e-ID) gilt also für jede Drohne, die du fliegst.
Schritt 1: Drohnenklasse bestimmen
Open-Kategorie umfasst drei Unterklassen mit unterschiedlichen Anforderungen.
| Klasse | Gewicht | Erforderlich | Mindestabstand zu Personen | Beispiele |
|---|---|---|---|---|
| A1 | <250 g | e-ID + Manual | Überflug erlaubt | DJI Mini 3, Mini 4 Pro |
| A2 | 250 g - 4 kg | e-ID + A2-Zertifikat | 30 m (oder 5 m im Low-Speed) | DJI Air 3, Mavic 3 |
| A3 | 4 - 25 kg | e-ID + Online-Test | 150 m, ländliches Gebiet | DJI Inspire, große FPV-Quads |
Für 80% aller Hobby-Piloten reicht die Kombination aus e-ID-Registrierung und dem kostenlosen EU-Kompetenznachweis A1/A3 (Online-Test, 40 Fragen, kostenlos beim Luftfahrtbundesamt). A2 ist für Mid-Range-Drohnen wie die Mavic 3 sinnvoll und kostet 25 Euro plus eine Selbstständige-Praxis-Erklärung.
Schritt 2: Beim Luftfahrtbundesamt registrieren
Auf der LBA-Drohnen-Plattform unter `lba.de` einen Account anlegen. Du brauchst: gültigen Personalausweis oder Reisepass, eine deutsche oder EU-Adresse, eine E-Mail-Adresse, und 20 Euro per Kreditkarte oder SEPA-Lastschrift.
Nach der Registrierung erhältst du innerhalb von 5-10 Minuten deine UAS-Betreibernummer (e-ID), 16-stellig, beginnend mit "DEU". Diese Nummer muss auf jede deiner Drohnen sichtbar angebracht werden, am besten als Aufkleber oder ins Drohnengehäuse mit Lasergravur eingebracht.
Schritt 3: Online-Kompetenznachweis A1/A3 absolvieren
Zugang zum Online-Test über das LBA-Konto. 40 Multiple-Choice-Fragen, Themen: Luftrecht, Flugbeschränkungsgebiete, Datenschutz, technische Grundlagen, Versicherung. Du brauchst 75% richtige Antworten zum Bestehen, hast aber unbegrenzte Versuche. Der Test ist kostenlos.
Vorbereitung: Die offizielle PDF-Schulungsunterlage des LBA durcharbeiten (~80 Seiten, kostenlos). Reicht für 90% der Fragen aus. Nach Bestehen erhältst du das EU-Kompetenznachweis-PDF, das fünf Jahre gültig ist und in allen EU-Mitgliedstaaten anerkannt wird.
Schritt 4: Drohnen-Haftpflichtversicherung
In Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Eine Standard-Privathaftpflicht deckt Drohnenflüge nicht ab, du brauchst eine spezielle Drohnenhaftpflicht. Kosten: 35-80 Euro pro Jahr, je nach Drohnen-Gewicht und Versicherer.
Empfohlene Anbieter (Stand 2026): R+V mit "Drohnenhaftpflicht für Privatpersonen", DMB-Drohnenversicherung, oder die DJI Care Versicherung für DJI-Drohnen, die zusätzlich Reparatur abdeckt. Wichtig: Die Versicherungsbestätigung musst du beim Fliegen mitführen, Smartphone-PDF reicht aus.
Schritt 5: e-ID auf der Drohne anbringen
Die UAS-Betreibernummer muss feuerfest und dauerhaft an der Drohne angebracht sein. Standard-Methoden: gravierter Aluminium-Sticker (10 Euro online bestellbar mit deiner Nummer), Lasergravur direkt aufs Gehäuse, oder hochwertiger Etikettendruck mit feuerfester Folie.
Aufkleber von der Druckerrolle taugen nicht, bei einem Crash schmelzen oder verbrennen sie und die Polizei kann den Halter nicht ermitteln. Falsche Beschriftung kostet 100-500 Euro Bußgeld bei Kontrolle.
Geo-Awareness: Wo darfst du fliegen?
Die App "DipUL" (kostenlos im App Store) zeigt aktuelle Flugverbotszonen in Deutschland. Verboten ist der Flug grundsätzlich über: Industrieanlagen, Krankenhäuser, Polizei- und Bundeswehr-Liegenschaften, Naturschutzgebiete (außer mit Ausnahmegenehmigung), und Flughafen-Sicherheitszonen (1.5 km Radius).
Datenschutz beim Filmen
DSGVO gilt auch in der Luft. Personen ohne Einwilligung filmen ist Datenschutzverstoß, auch wenn sie nicht erkennbar sind. Bei Veröffentlichung erkennbarer Personen drohen 1.000-50.000 Euro Bußgeld. Privates Grundstück darf grundsätzlich nicht überflogen oder gefilmt werden, ohne dass der Eigentümer zugestimmt hat, Privathäuser, Gärten, Pools sind tabu.
Mitführpflicht beim Fliegen
Bei jedem Flug brauchst du dabei: Personalausweis, gültigen Kompetenznachweis (PDF auf Smartphone reicht), Versicherungsbescheinigung, und die Drohnenklassen-Konformitätserklärung des Herstellers. Polizei kann all das jederzeit verlangen, fehlt eines, droht Bußgeld zwischen 50 und 500 Euro.
Was passiert bei Verstoß?
Bußgeld-Übersicht (Stand 2026): Fliegen ohne e-ID-Registrierung 100-500 Euro, ohne Kompetenznachweis 200-2.000 Euro, ohne Versicherung 500-5.000 Euro plus Drohnenbeschlagnahmung, Flug in Verbotszone 200-50.000 Euro je nach Schwere.
In schweren Fällen (Flughafennähe, Massenveranstaltung, Behindern von Rettungshubschraubern) ist es eine Straftat nach §315 StGB, Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis fünf Jahre möglich. 2024 gab es in Deutschland 47 dokumentierte Strafverfahren wegen Drohnen-Vergehen.
Komplett-Checkliste vor dem ersten Flug
Eins nach dem anderen erledigen: 1. LBA-Konto erstellt, e-ID erhalten. 2. Online-Kompetenznachweis A1/A3 bestanden, PDF gespeichert. 3. Drohnenhaftpflicht abgeschlossen, Bescheinigung am Smartphone. 4. e-ID-Sticker auf Drohne angebracht. 5. DipUL-App installiert und Fluggebiet geprüft. 6. Personalausweis dabei.
Mit allen sechs Punkten in einer halben Stunde abgehakt fliegst du EU-weit legal und versichert. Die Investition: 20 Euro für die e-ID, 0-25 Euro für den Kompetenznachweis, 35-80 Euro für die Versicherung. Insgesamt 55-125 Euro pro Jahr, verglichen mit dem Risiko von 5.000 Euro Bußgeld plus Drohnenbeschlagnahmung ein günstiger Schutz.
Veröffentlicht durch die Modellfieber-Redaktion. Veröffentlicht am 16. Juni 2026.
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