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PLA vs PETG vs ASA: Welches Filament für welchen Einsatz?

Modellfieber · 24.8.2026

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PLA vs PETG vs ASA: Welches Filament für welchen Einsatz?

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PLA versagt schon bei 55 Grad im Auto-Innenraum, PETG hält bis etwa 75 Grad durch, ASA übersteht 95 Grad ohne sich zu verziehen, und genau zwischen diesen drei Werten entscheidet sich, welches Filament du für welches Bauteil greifst. Wenn du RC-Halter, Drohnen-Frames oder Servo-Brackets druckst, ist Temperaturbeständigkeit selten das einzige Kriterium. Aber sie ist der Filter, der die Auswahl in Sekunden auf eine Option reduziert.

Die drei Materialien in kurzer Form

PLA (Polylactid) ist das Standard-Filament für Einsteiger. Druckt sich auf jedem FDM-Drucker ohne beheizte Kammer, schmilzt bei 190 bis 220 Grad und braucht kein geschlossenes Gehäuse. Die Oberfläche ist hart, aber spröde, ein PLA-Frame zerbricht beim ersten Crash, wo PETG sich noch verbiegt.

PETG (Polyethylenterephthalat-Glykol) ist die mittlere Stufe. Druckt bei 230 bis 250 Grad, braucht ein leicht beheiztes Bett bei 70 bis 80 Grad und verträgt offene Drucker noch problemlos. Die Schichthaftung liegt deutlich über PLA, dafür neigt PETG zum Stringing wenn Retract und Travel-Speed nicht sauber abgestimmt sind.

Pla vs petg vs asa welches filament fuer welchen einsatz: practical guide overview
Pla vs petg vs asa welches filament fuer welchen einsatz

ASA (Acrylnitril-Styrol-Acrylat) ist die UV- und Hitze-feste Wahl. Drucktemperatur 240 bis 260 Grad, Bett bei 100 bis 110 Grad und ein geschlossenes Gehäuse ist faktisch Pflicht. Wer ASA in einem offenen Drucker fährt, kämpft mit Warping und Layer-Splitting bei jedem Luftzug. Dafür hält ASA Sonneneinstrahlung jahrelang aus, ohne zu vergilben.

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Pla vs petg vs asa welches filament fuer welchen einsatz: step-by-step visual example
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EigenschaftPLAPETGASA
Drucktemperatur190-220 °C230-250 °C240-260 °C
Bett-Temperatur50-60 °C70-80 °C100-110 °C
Glasübergang (HDT)~55 °C~75 °C~95 °C
UV-BeständigkeitSchlechtMittelSehr gut
SchlagzähigkeitNiedrig (spröde)HochSehr hoch
Geschlossenes GehäuseNicht nötigEmpfohlenPflicht
Preis pro kg (Standard)18-25 €22-30 €28-40 €

Wann PLA reicht, und wann nicht

PLA ist die richtige Wahl für Prototypen, Innenraum-Halter, Cockpit-Mockups, Optik-Teile und alles, was nicht in der Sonne liegt. Ein Reglerhalter im Innenraum eines Indoor-RC-Cars hält Jahre. Sobald du das Teil aber im Sommer auf der Hutablage liegen lässt, beginnt es zu sacken, der Glasübergang von PLA liegt verlässlich knapp über 55 Grad, und im schwarzen Auto sind 70 Grad keine Seltenheit.

Auch bei Schraub-Verbindungen ist PLA grenzwertig. Das Material kriecht unter Dauerlast, Inserts arbeiten sich nach Wochen aus. Wer Funktionsteile mit M3-Gewinden oder eingepressten Brass-Inserts plant, fährt mit PETG deutlich entspannter.

💡 Gut zu wissen: PLA+ und Tough-PLA sind keine eigene Materialklasse, sondern PLA mit Schlagzäh-Modifikatoren. Sie verbessern die Sprödigkeit, lösen aber nicht das Hitzeproblem, der Glasübergang bleibt bei rund 55 bis 60 Grad.

PETG als pragmatischer Allrounder

Wenn du dich nur für ein Filament entscheiden müsstest, wäre PETG die ehrliche Empfehlung. Es deckt 80 Prozent aller RC- und Drohnen-Anwendungen ab: Motorhalter, Servohörner, Akku-Trays, FPV-Antennen-Mounts, Kabelclips. Die Schichthaftung reicht für mechanisch belastete Teile, der Glasübergang liegt hoch genug für den Sommer-Einsatz im Auto.

Der einzige echte Stolperstein ist Stringing. PETG zieht Fäden zwischen separierten Druckpunkten, wenn Retract-Distance unter 5 mm und Travel-Speed unter 120 mm/s bleibt. Mit 6 mm Retract bei Direct-Drive (oder 8 mm bei Bowden) und 150 mm/s Travel verschwindet das Problem fast vollständig. Wer mit Linear-Advance oder Pressure-Advance arbeitet, kommt nochmal sauberer raus.

Pla vs petg vs asa welches filament fuer welchen einsatz: helpful reference illustration
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ASA für draußen, und warum nicht ABS

ASA hat ABS in den letzten Jahren weitgehend abgelöst, sobald es um Außeneinsatz geht. Beide haben ähnliche mechanische Eigenschaften, aber ABS vergilbt unter UV-Strahlung in Monaten, ASA bleibt jahrelang farbstabil. Für RC-Karosserien, FPV-Antennen-Pods, Drohnen-Landegestelle oder alles, was permanent draußen montiert ist, gibt es kaum eine bessere Wahl.

Der Preis ist ein geschlossenes Druckergehäuse plus eine sehr stabile Bett-Adhäsion. Magigoo, PVA-Glue oder eine Garolite-Platte sind faktisch Pflicht. Ohne Gehäuse kannst du ASA nicht zuverlässig drucken, die Layer-Schwächung durch Luftzug ist messbar und führt zu Brüchen unter Last.

⚠️ Häufiger Fehler: ASA ohne Filament-Trockner direkt aus der Tüte drucken. Das Material zieht Feuchtigkeit schneller als PLA und PETG. Ein nasser ASA-Druck zeigt sich an knatternden Geräuschen aus der Düse und matter, fadenziehender Oberfläche. 4 Stunden bei 70 Grad im Trockner lösen das.

Entscheidungs-Cheatsheet für typische Projekte

Damit du nicht jedes Mal abwägen musst, hier die Faustregeln aus der Praxis:

  • Indoor-Prototyp, Optik-Teil, Cosplay: PLA. Günstig, einfach, schöne Oberfläche.
  • RC-Servohorn, Motorhalter, Akku-Tray: PETG. Hitze und Schläge abfangen.
  • FPV-Frame, Drohnen-Arms (Klein-Quad): PETG mit hoher Wandstärke oder Carbon-PETG.
  • Karosserie, Außen-Antennenmast, UV-exponiert: ASA. Alles andere vergilbt oder versagt.
  • Schraubgewinde mit Dauerlast: PETG plus Brass-Insert. PLA kriecht zu schnell.
  • Funktionsteil im Sommer-Auto: ASA oder mindestens PETG. PLA verformt sich.
Pla vs petg vs asa welches filament fuer welchen einsatz: detailed close-up view
Pla vs petg vs asa welches filament fuer welchen einsatz

Häufige Fragen aus der Praxis

Kann ich PETG auf einer Glasplatte direkt drucken? Ja, aber mit Trennschicht. PETG haftet auf Glas so stark, dass die Glasplatte beim Lösen mit ausreißt. Ein dünner Klebestift oder Trennspray ist Pflicht.

Wie lange hält PLA wirklich draußen? Im Schatten und bei moderaten Temperaturen (unter 30 Grad) durchaus 1-2 Jahre. In direkter Sonne und Hitze versagt es in Wochen, sowohl mechanisch als auch farblich.

Lohnt sich ASA für Innenteile? Selten. Du zahlst für UV- und Hitzeresistenz, die im Innenraum keine Rolle spielen. PETG erledigt 95 Prozent der Innen-Anwendungen günstiger und einfacher.

Welches Filament für FPV-Drohnen-Antennen-Mounts? TPU 95A oder 90A. PLA bricht beim ersten Crash, PETG zu steif für den Antennen-Schutz. Ein flexibler Mount fängt Vibrationen ab.

Slicer-Profile als Startpunkt

Wer mit PrusaSlicer, OrcaSlicer oder Bambu Studio arbeitet, findet für alle drei Materialien fertige Profile als Ausgangspunkt. Trotzdem lohnt sich Feintuning: Die Default-Profile sind auf Allround-Teile optimiert, nicht auf Modellbau-Funktionsteile mit hoher Wandstärke und mechanischer Last. Drei Stellschrauben heben das Ergebnis spürbar:

Wandstärke (Perimeters): Default 2 oder 3 Wände sind für Funktionsteile zu wenig. 4 Wände bei 0,4-mm-Düse erhöhen die Bruchfestigkeit messbar, gerade bei PETG und ASA spürst du den Unterschied im Crash-Test. Infill kannst du dafür von 20 auf 15 Prozent reduzieren.

Layer-Höhe: 0,2 mm ist der Standard, aber 0,16 mm verbessert die Schichthaftung deutlich. Für Außen-Sichtteile in ASA fahre ich gern 0,12 mm, die Druckzeit verdoppelt sich, dafür sinkt das Bruchrisiko an Layer-Grenzen.

Lüfter-Profil: PLA fährt mit 100 Prozent Lüfter ab Layer 2. PETG braucht 30-50 Prozent, sonst leidet die Schichthaftung. ASA fährt fast lüfterfrei (0-20 Prozent) plus geschlossene Kammer, Cooling killt hier Bauteile.

Praxis-Take

Wenn dein Drucker offen steht und du keine Lust auf Material-Drama hast, ist PETG die pragmatischste Wahl für 80 Prozent aller modellbaurelevanten Teile. PLA bleibt für Prototypen und Optik-Teile berechtigt, günstiger, einfacher, schöner. ASA brauchst du nur, wenn das Bauteil dauerhaft draußen sitzt. Der häufigste Fehler ist nicht die falsche Material-Wahl, sondern PLA für ein Sommer-Auto-Teil zu nehmen, weil eine Rolle gerade rumlag. Diese Entscheidung kostet dich am Ende mehr Zeit als der Materialwechsel von Anfang an. Schau dir auch unsere Filament-Auswahl für Funktionsteile und die LiPo-Lagerung-Anleitung an, wenn du ein RC-Projekt komplett aufziehst.

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Veröffentlicht durch die Modellfieber-Redaktion. Veröffentlicht am 24. August 2026.

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